Service Learning

Was ist das eigentlich?

Service Learning ist eine didaktische Methode, die universitäre Lehre mit konkreten Praxisprojekten verbindet. Theoretisch gelernte Inhalte einer Vorlesung oder eines Seminars werden im gemeinnützigen Bereich praktisch angewendet. Der Mehrwert dabei: Studenten wie Projektpartner profitieren. Es entsteht eine Win-win-Situation in der universitäre Lehre mit gesellschaftlicher Verantwortung kombiniert wird. 

Hintergrund & Vorteile

Service Learning hat seinen Ursprung in den USA. In den 80er Jahren hat sich diese Lehr- und Lernform an immer mehr amerikanischen Universitäten und Colleges durchgesetzt und ist dort inzwischen fester Bestandteil in der universitären Lehre.

Bei dieser didaktischen Methode geht es darum, dass Studierende die wissenschaftlichen Inhalte der universitären  Lehre ("Learning") mit gemeinnützigem Engagement verknüpfen ("Service"). In lokalen Praxisprojekten, die einen konkreten Bedarf adressieren, wenden die Studierenden ihr Wissen an. Dadurch entsteht nicht nur eine verbesserte Wissensvermittlung, sondern die Kooperationspartner (beispielsweise Schulen oder Nonprofit-Organisationen) erhalten Unterstützung, die sie sich ansonsten nicht leisten könnten. Service Learning ist daher  reziprok - beide Seiten profitieren: Studierende können die Theorie besser verarbeiten und mit wertvollen Praxiserfahrungen verknüpfen, und die Kooperationspartner haben einen Nutzen vom Wissen sowie vom Engagement der Studierenden.  So haben Mannheimer Studierende Hausaufgabenhelfer und Streitschlichter ausgebildet, Bewerbungstrainings mit Haupt- und Berufsschülern durchgeführt oder für den Kinderschutzbund und die Lebenshilfe Fundraising- und Marketingkonzepte entwickelt.

Service Learning kann in fast allen Fachbereichen durchgeführt werden, denn die Lehrmethode ändert nichts an den Lehrinhalten, sondern lediglich daran, wie der Stoff vermittelt wird. In regelmäßig stattfindenden Reflexionssitzungen werden die Praxiserfahrungen kontextualisiert und somit wird die Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen.

Kriterien für Service Learning an der Universität Mannheim

Seit 2003 werden an der Universität Mannheim Service Learning-Veranstaltungen angeboten. Der Mannheimer Professor für Erziehungswissenschaften Prof. Dr.(em.) Manfred Hofer  war einer der ersten Professoren, der das aus den USA stammende Lehrkonzept in Deutschland umsetzte.

Zusammengefasst gelten folgende Kriterien für Service Learning-Projekte in Mannheim:

  1. Theoretisch gelernte Inhalte einer Vorlesung oder eines Seminars werden im gemeinnützigen Bereich praktisch angewendet. Dabei wird ein konkreter gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen.

  2. Studierenden wird die Möglichkeit gegeben, ihr theoretisch erworbenes Wissen im Kontakt mit außeruniversitären Akteuren und in Verknüpfung mit sozialem Engagement praktisch zu vertiefen sowie zu reflektieren.

  3. Service Learning ist in Mannheim curricular (d.h. im Rahmen einer Lehrveranstaltung für die ECTS-Punkte vergeben werden) verankert.